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tierra del fuego - feuerland

"estancia haberton" und tierra del fuego nationalpark (fotos folgen)

rain 16 °C

estancia haberton

fuer den nachmittag nach der segeltour hatten wir uns vorgenommen, die estancia haberton zu besuchen. das war eine schwierige angelegenheit, denn nach ewigem hin- und herfragen und -laufen, stellten wir fest, dass die einzige verbindung dorthin ueber eine schotterpiste fuehrt und es nur einen bus am tag oder eine katamarantour gibt. da wir ja schon den vormittag auf dem wasser verbracht hatten und die tour echt teuer war, entschieden wir uns letztendlich fuer die letzte option: einen wagen zu mieten. den gabs nach langer suche (alle verleihe hatten gerade ihre suedamerikanische dreistuendige mittagspause) recht guenstig und olga von der segeltour gleich dazu, denn die klinkte sich spontan ein und wir freuten uns ueber diese recht lustige begleitung.

den ersten teil der fahrt habe ich verschlafen, doch dann kamen wir der enstancia langsam holpernd naeher und es bot sich mal wieder eine wunderschoene landschaft - so stellte ich mir patagonien vor: unendliche weiten, viel wasser und hohe berge. wir freuten uns ueber den wagen und nutzten die gelegenheit ueberall anzuhalten, um die aussicht zu geniessen, oder zu warten, bis die wilden pferde und weniger wilden kuehe die strasse frei machten.

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die estancia ist die niederlassung eines englaender, welcher als waisenkind nach feuerland kam. sie liegt etwas 80km oestlich von ushuaia am beagle channel. es gibt kein telefon, der strom kommt aus einem generator und gekocht wird immernoch auf einem holzofen. erst seit dreissig jahren gibt es die "strasse" dorthin und erst vor ein paar jahren ist der besitzer von schafen auf touristen umgestiegen. da wir fast die letzten dort waren, bekamen wir nach einem hausgemachten rhabarbarkuchen in der teestube eine kurze fuehrung von einem studenten durch die ganze anlage. olga unterhielt uns alle mit ihren intensiven nachfragen zur schafzucht und war erstaunt ueber die koerperliche arbeit, welche die menschen damals leisten mussten ("oh, richtige maenner").

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danach wollten wir noch kurz zum "knochen"museum, welches in einer viertelstunde schliessen sollte. das museum ist weltweit bekannt fuer seine sammlung an meerestierknochen. ganze wale, delphine, pinguine und alles was da in der gegend so rumschwimmt, kann man als knochenkalle sehen. das museum war klein und sehr liebevoll gestaltet und es gab eine wirklich super gute fuehrung von einer biologiestudentin, die fast eine stunde dauerte. das war wirklich gut gemacht und zum schluss durften wir sogar noch einen blick in die huette werfen, in der die knochen gereinigt, also von muskeln, fett usw. befreit wurden. wie das stank! aber wir waren uns einig, dass wir wirklich was verpasst haetten, wenn wir das museum nicht gesehen haetten.

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nach dem rueckweg durch eine in orange getauchte landschaft und nachdem wir das auto mit einer zentimeterdicken staubschicht wieder abgegeben hatten, trafen wir uns noch mit den anderen in einem chilenichen fischrestaurant und nach der dritten flasche wein, war es mal wieder interessant zu beobachten, wie selbst am ende der welt weltpolitische themen zu erhitzten diskussionen fuehren konnten. als es dann um fussball ging und carsten sich einem italiener und einem argentinier gegenueber sah, war es zeit zu gehen.

tierra del fuego nationalpark

mit einem minibus ging es durch das graue und vernieselte ushuaia zum nationalpark von feuerland, wo wir unsere erste tageswanderung in angriff nahmen - sozusagen als training fuer den "torres del paine". der busfahrer, welcher mit suedamerikanischer verspaetung losfuhr, hatte keine lust, die leute wie ueblich im park zu verteilen und setzte uns einfach alle an einer stelle ab, mit der bemerkung es wuerde ja regnen und da koennte man ja sowieso nur den einfachen wanderweg langgehen. hmmm... uns war es eigentlich egal, da wir uns sowohl die einfache tour als auch den steilen aufstieg zum "cerro guanaco" vorgenommen hatten. so liefen wir in einer recht grossen truppe los, die sich schnell verteilte, und da wir wahrscheinlich so nett aussahen, haben sich an uns beide gleich noch eine alleinreisende argentinierin und ein tscheche drangehaengt. der argentinierin schwanden leider schnell die kraefte aber der tscheche ondrej ist fleissig mit uns mitgelaufen. der erste teil fuehrte uns durch den wald immer am wasser entlang. es dauerte fast drei stunden und es war schon etwas spaet, als wir die erste grosse pause machten, um den auftstieg anzugehen. da wir ein recht zuegiges tempo vorgelegt hatten, knurrte uns der magen und wir machten uns ueber fettige grillwuerste her, was wir spaeter noch bereuen sollten.

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es war unglaublich: der fuer vier stunden ausgeschriebene weg ging von anfang bis ende so steil nach oben, dass jeder schritt sich anfuehlte, als wuerde man vier treppenstufen auf einmal nehmen. nur hoch, hoch, hoch - ohne auch nur ein einziges flaches stueck. wir mussten alle fuenfzig meter verschnaufen und konnten vor anstrengung nicht mehr reden. carsten lief der schweiss, ondrej lief rot an und ich war froh, dass es den maennern genauso schlecht ging wie mir. und die wurst lag uns alllen wie ein stein im magen. irgendwann, als die beine sich schon anfuehlten wie klumpfuesse kam der erste aussichtspunkt und mit ihm auch die entschaedigung fuer diese quaelerei: wir hatten einen wunderbaren blick ueber den nationalpark, die vielen seen und die chilenischen berge auf der gegenueberliegenden seite.

ausblick.jpg

nachdem wir uns erholt hatten, machten wir uns auf den rueckweg, da wir einen anstrengenden abstieg befuerchteten und die bergspitze selber in regenwolken gehuellt war. der letzte bus zurueck in die stadt fuhr bald und wir mussten uns sputen. also wieder bergab, praktisch wie vier treppenstufen auf einmal nehmend.....
zurueck in ushuaia verabschiedeten wir uns von ondrej und vom verregneten ushuaia und machten unsere sachen klar fuer die naechste etappe - die fahrt nach punta arenas.

Posted by agentin b 14:17 Archived in Argentina

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