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Argentina

perito moreno

eiszeit und zeitlos

sunny 19 °C

die busfahrt von puerto natales nach el calafate durch die pampa war mal wieder eine augenweide. endlose weiten, bei deren anblick man die gedanken schweifen lassen kann. diese unendlichkeit kann man schwer beschreiben, man muss es einfach gesehen und erlebt haben.
el calafate selbst ist ein touristenort vom feinsten: souvenierlaeden, hotels, cafès und parillas (in denen ganze laemmer ueber gluehenden holzscheiten gegrillt werden - fuer carsten das paradies auf erden) reihen sich an der hauptstrasse aneinander. die stadt ist sehr klein und alles dreht sich hier nur um eins: den perito moreno gletscher.

mit den schweizern haben wir den letzten mietwagen in der stadt ergattert und staerken uns fuer den naechsten tag in einem der besten parilla der stadt mit gegrilltem lamm, steak und anderen fleischgerichten. am naechsten morgen sollte es schliesslich schon kurz nach sechs losgehen....

die fahrt zum eine stunde entfernten gletscher war ganz schoen abenteuerlich: noch in der stadt ist uns im dunkeln voellig unerwartet eine herde wilder pferde entgegengekommen! als wir auf der landstrasse waren, fuehlte es sich an wie ein computerspiel: von allen seiten kamen sie, die hasen! etwas unvorbereitet ueberfuhren wir den ersten und bevor wir uns von dem schreck erholen konnten, sass schon der zweite auf der strasse. inzwischen sah man eine blutlache nach der anderen, es war wirklich unglaublich und wir waren froh, dass uns nichts groesseres vors auto gelaufen ist. die bilanz: ein toter hase, ein hase mit herzinfarkt, weil wir ihm beim schlafen auf der strasse aufgeschreckt haben und ein hase, der mit leichter schramme davon gekommen ist....FROHE OSTERN!

genau zum sonnenaufgang erreichten wir den gletscher und sparten uns in der fruehen stunde den eintrittspreis und den ansturm der tourbusse. in aller ruhe konnten wir den blick auf die bis zu 50m hohe gletscherkante geniessen und waehrend die aufgehende sonne die wolken orange faerbte, gab es mal wieder einen wunderschoenen regenbogen direkt ueber dem eisfeld. ab und zu krachte ein eisbrocken mit getoese ins wasser und erzeugte eine kleine flutwelle. das wurde dann von allen immer mit offenem mund und fingerzeigen kommentiert.

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so nach und nach trafen die tourbusse ein und wir kauften schnell unsere tickets fuer die erste bootsfahrt. da wir noch etwas zeit hatten, machten wir ein kleines fruehstueckspicknick mit unserem mitgebrachten essen.
die bootsfahrt brachte uns ueber den cremetuerkisfarbenen see zur sonnenbeschienenen gletscherkante und wir konnten die imposante masse an eis vom nahen bewundern und natuerlich ein paar gute fotos machen.

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gegen mittag machen wir uns ueber einen umweg wieder in richtung el calafate. wir fuhren mitten durch die pampa, um uns ein paar estancias mitten im nirgendwo anzusehen. innerhalb von einer halben stunde wechselten wir von der kalten welt mit schnee und eis in die welt der gauchos und schaffarmen. wilde pferde, schafe, aasgeier, die die toten hasen essen und die unendlichen weiten der pampa.

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an einer estancia hielten wir an und lernten den kleinen "bubi" kennen - das wollige lockige lamm der estancia. eine mutter hatte es nicht mehr (die wurde bestimmt auch gegrillt) und so durfte carsten mit einer flasche als milchlieferant dienen... es gab auch lustige ziegen mit langen zotteln, die es sich auf der veranda bequem gemacht hatten. und pferde, ueberall pferde.

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hier tickt die uhr noch ganz anders. wuerde patagonien vom rest des kontinents abfallen, wuerde es glaube keiner merken, geschweige denn, dass es hier irgendeinen unterschied machen wuerde. fuer unsereins ist es schwer zu verstehen, wie leute in dieser abgeschiedenheit leben koennen. wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass wir in ein paar stunden wieder in der "realen" welt sein wuerden.

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Posted by agentin b 06:03 Archived in Argentina Comments (0)

tierra del fuego - feuerland

"estancia haberton" und tierra del fuego nationalpark (fotos folgen)

rain 16 °C

estancia haberton

fuer den nachmittag nach der segeltour hatten wir uns vorgenommen, die estancia haberton zu besuchen. das war eine schwierige angelegenheit, denn nach ewigem hin- und herfragen und -laufen, stellten wir fest, dass die einzige verbindung dorthin ueber eine schotterpiste fuehrt und es nur einen bus am tag oder eine katamarantour gibt. da wir ja schon den vormittag auf dem wasser verbracht hatten und die tour echt teuer war, entschieden wir uns letztendlich fuer die letzte option: einen wagen zu mieten. den gabs nach langer suche (alle verleihe hatten gerade ihre suedamerikanische dreistuendige mittagspause) recht guenstig und olga von der segeltour gleich dazu, denn die klinkte sich spontan ein und wir freuten uns ueber diese recht lustige begleitung.

den ersten teil der fahrt habe ich verschlafen, doch dann kamen wir der enstancia langsam holpernd naeher und es bot sich mal wieder eine wunderschoene landschaft - so stellte ich mir patagonien vor: unendliche weiten, viel wasser und hohe berge. wir freuten uns ueber den wagen und nutzten die gelegenheit ueberall anzuhalten, um die aussicht zu geniessen, oder zu warten, bis die wilden pferde und weniger wilden kuehe die strasse frei machten.

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die estancia ist die niederlassung eines englaender, welcher als waisenkind nach feuerland kam. sie liegt etwas 80km oestlich von ushuaia am beagle channel. es gibt kein telefon, der strom kommt aus einem generator und gekocht wird immernoch auf einem holzofen. erst seit dreissig jahren gibt es die "strasse" dorthin und erst vor ein paar jahren ist der besitzer von schafen auf touristen umgestiegen. da wir fast die letzten dort waren, bekamen wir nach einem hausgemachten rhabarbarkuchen in der teestube eine kurze fuehrung von einem studenten durch die ganze anlage. olga unterhielt uns alle mit ihren intensiven nachfragen zur schafzucht und war erstaunt ueber die koerperliche arbeit, welche die menschen damals leisten mussten ("oh, richtige maenner").

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danach wollten wir noch kurz zum "knochen"museum, welches in einer viertelstunde schliessen sollte. das museum ist weltweit bekannt fuer seine sammlung an meerestierknochen. ganze wale, delphine, pinguine und alles was da in der gegend so rumschwimmt, kann man als knochenkalle sehen. das museum war klein und sehr liebevoll gestaltet und es gab eine wirklich super gute fuehrung von einer biologiestudentin, die fast eine stunde dauerte. das war wirklich gut gemacht und zum schluss durften wir sogar noch einen blick in die huette werfen, in der die knochen gereinigt, also von muskeln, fett usw. befreit wurden. wie das stank! aber wir waren uns einig, dass wir wirklich was verpasst haetten, wenn wir das museum nicht gesehen haetten.

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nach dem rueckweg durch eine in orange getauchte landschaft und nachdem wir das auto mit einer zentimeterdicken staubschicht wieder abgegeben hatten, trafen wir uns noch mit den anderen in einem chilenichen fischrestaurant und nach der dritten flasche wein, war es mal wieder interessant zu beobachten, wie selbst am ende der welt weltpolitische themen zu erhitzten diskussionen fuehren konnten. als es dann um fussball ging und carsten sich einem italiener und einem argentinier gegenueber sah, war es zeit zu gehen.

tierra del fuego nationalpark

mit einem minibus ging es durch das graue und vernieselte ushuaia zum nationalpark von feuerland, wo wir unsere erste tageswanderung in angriff nahmen - sozusagen als training fuer den "torres del paine". der busfahrer, welcher mit suedamerikanischer verspaetung losfuhr, hatte keine lust, die leute wie ueblich im park zu verteilen und setzte uns einfach alle an einer stelle ab, mit der bemerkung es wuerde ja regnen und da koennte man ja sowieso nur den einfachen wanderweg langgehen. hmmm... uns war es eigentlich egal, da wir uns sowohl die einfache tour als auch den steilen aufstieg zum "cerro guanaco" vorgenommen hatten. so liefen wir in einer recht grossen truppe los, die sich schnell verteilte, und da wir wahrscheinlich so nett aussahen, haben sich an uns beide gleich noch eine alleinreisende argentinierin und ein tscheche drangehaengt. der argentinierin schwanden leider schnell die kraefte aber der tscheche ondrej ist fleissig mit uns mitgelaufen. der erste teil fuehrte uns durch den wald immer am wasser entlang. es dauerte fast drei stunden und es war schon etwas spaet, als wir die erste grosse pause machten, um den auftstieg anzugehen. da wir ein recht zuegiges tempo vorgelegt hatten, knurrte uns der magen und wir machten uns ueber fettige grillwuerste her, was wir spaeter noch bereuen sollten.

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es war unglaublich: der fuer vier stunden ausgeschriebene weg ging von anfang bis ende so steil nach oben, dass jeder schritt sich anfuehlte, als wuerde man vier treppenstufen auf einmal nehmen. nur hoch, hoch, hoch - ohne auch nur ein einziges flaches stueck. wir mussten alle fuenfzig meter verschnaufen und konnten vor anstrengung nicht mehr reden. carsten lief der schweiss, ondrej lief rot an und ich war froh, dass es den maennern genauso schlecht ging wie mir. und die wurst lag uns alllen wie ein stein im magen. irgendwann, als die beine sich schon anfuehlten wie klumpfuesse kam der erste aussichtspunkt und mit ihm auch die entschaedigung fuer diese quaelerei: wir hatten einen wunderbaren blick ueber den nationalpark, die vielen seen und die chilenischen berge auf der gegenueberliegenden seite.

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nachdem wir uns erholt hatten, machten wir uns auf den rueckweg, da wir einen anstrengenden abstieg befuerchteten und die bergspitze selber in regenwolken gehuellt war. der letzte bus zurueck in die stadt fuhr bald und wir mussten uns sputen. also wieder bergab, praktisch wie vier treppenstufen auf einmal nehmend.....
zurueck in ushuaia verabschiedeten wir uns von ondrej und vom verregneten ushuaia und machten unsere sachen klar fuer die naechste etappe - die fahrt nach punta arenas.

Posted by agentin b 14:17 Archived in Argentina Comments (0)

ushuaia - tor zur antarktis

"fin del mundo" - am ende der welt (teil 1)

all seasons in one day 16 °C

wahnsinn wahnsinn wahnsinn!!! es ist einfach unglaublich - jetzt sind wir hier: 15000km luftlinie von berlin, 800km vom antarktischen kontinent entfernt und in einer landschaft, die einfach atemberaubend ist. der sich staendig aendernde himmel und das dadurch entstehende wechselspiel von farben sind so beeindruckend, dass man sich manchmal zwicken muss, um zu wissen, dass das alles echt ist. hierhin verschlug es shackelton, hier beginnen die abenteuer und exkursionen der antarktis und hier hat man wirklich das gefuehl, am ende der welt zu sein.

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der anflug auf ushuaia war schon ein einmaliges erlebnis: erst flogen wir ueber die schneebedeckten berge von feuerland auf den beagle-channel zu und dann ging es im atemraubenden sturzflug in einer scharfen rechtskurve in richtung landebahn, die auf einer insel liegt. man hatte einen tollen blick auf die stadt, die umliegenden berge von chile und argentinien und den beagle-channel, der sich nach sueden hin zum meer oeffnet. diesen anblick werde ich so schnell nicht vergessen.

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die stadt ist ganz seltsam: eine unstrukturierte ansammlung von bunt angestrichenen, oft wellblechverkleideten haeusern, die sich voellig planlos auf die umliegenden haenge ausbreiten. alles wuerde an eine amerikanische null-acht-fuffzehn stadt erinnern, waere da nicht der hafen, in den die grossen schiffe aus allen laendern ein- und auslaufen und in der abendsonne glaenzen. in der stadt gibt es eine hauptstrasse, in der sich so ziemlich alles abspielt und in welcher man auch so ziemlich jeden wiedertrifft.

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unser hostel ist einfach, aber sehr gemuetlich mit viel holz, einer grossen gemeinschaftskueche und einem zweigeschossigen aufenthaltsraum. wir schlafen in einem sechsbettzimmer, zu unserer erstaunung mit fussbodenheizung!

durch den fruehen flug hatten wir genug zeit, uns um ein paar organisatorische sachen zu kuemmern. und einen kleinen ausflug zum gletscher des "cerro martial" zu machen, von dem man einen tollen blick auf die stadt und den beagle-channel hat. also, endlich rein in die die wanderklamotten! da wir nun doch ziemlich spaet dran waren und es am ersten tag nicht gleich uebertreiben wollten, machten wir uns den spass, das erste stueck mit einem antiken sessellift zu fahren, da der weg nur eine planierte skipiste war. vom ausstieg ging es dann erst in richtung gletscher und dann an der baumgrenze ueber geroellfelder zum aussichtspunkt. inzwischen waren wir die einzigen und konnten die ruhe voll und ganz geniessen.

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zurueck in ushuaia gingen wir erst einmal in den irish pub. authentische irish pubs gibt es eigentlich ueberall, wo es touristen und backpacker gibt. hier trifft man immer andere backpacker und kann sichs bei einem irischen bier gemuetlich machen. so ging der rest des abends dann schnell vorbei :-)

am naechsten morgen ging es dann zum segeltourn auf dem beagle-channel. diese ausfluege werden hier angeboten, um zu inseln zu fahren, auf denen pinguine, seeloewen und hunderte verschiedener vogelarten leben. bei den ueblichen touren faehrt man auf riesengrossen, motorbetriebenen katamaranen. da uns das aber zu langweilig war, haben wir uns fuer eine tour auf einem in die jahre gekommenen segelboot entschieden - wenn schon natur, dann richtig. unsere truppe bestand aus neun jungen leuten, alles rucksacktouristen und mal wieder aus der ganzen welt: einem paaerchen aus colorado, einer bulgarin aus new york, einer russin aus muenchen (die sich als consultant mit "ich bin olga und mache andere menschen gluecklich" vorstellte und die uns spaeter noch bei einem ausflug lustige gesellschaft leisten sollte), ein alleinreisender marokkaner aus bruessel, ein gehirnneurologe aus italien und ein brasilianischer schauspieler und regisseur, der die ganze zeit seine kleine handkamera und ein minimikro laufen liess und total lustig und verrueckt war.

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mit diesem bunten haufen sind wir mit der suedamerikanischen akademischen stunde verspaetung los und haben die umliegenden inseln erkundet. unser skipper war ein super guter fuehrer und wusste auf alle unsere fragen eine antwort, nur nicht auf die frage, wo die seelowen sterben. und davon gab es so einige zu sehen. jedes seeloewenmaennchen hat bis zu fuenfzehn weibchen -hihi- und die liegen alle wirklich nur rum, bruellen und springen ab und zu mal ins wasser. wir haben junge cormorane gesehen, die uns mit ihrem tiefen gurgelgeraeuschen beeindruckt haben (und mit ihrer faehigkeit zum bogen-kacken), haben eine insel besucht, auf der die ureinwohner von feuerland lebten und wo lauter knochen rumlagen und wir haben algen gekostet. natur pur.

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zum schluss haben wir uns noch alle zum abendbrot verabredet. doch bis dahin stand ja noch viel auf dem nachmittagsprogramm...


als kleine ergaenzung:
zacki zacki photo photo - oder: japaner und wie sie die welt entdecken

als wir gerade noch die obligatorische segeltour auf dem beagle-channel buchten, legte ein schiff an, von welchem wie angestochen tausende von japanern stroemten - so kam es uns zumindest vor. ploetzlich war die stadt voll mit japanern, die sich so schnell verteilten, dass sie immer schon da waren, wo man selber gerade hinwollte. wir sind also schnell gefluechtet und zur talstation eines recht antiken sesselliftes gefahren, der uns lustigerweise das erste stueck zum "cerro martial" hochbringen sollte. doch da waren sie auch schon! gott sei dank in einer recht ueberschaubaren gruppe. zack zack sind sie an uns vorbei, wir konnten uns gerade noch heimlich darueber amuesieren, dass sie zwar die hoechsttechnologisiertesten geraete entwickeln, aber absolut keine ahnung hatten, wie man einen sessellift benutzt. bei jedem ein- und aussteigen waren sie so aufgeregt, das der lift staendig angehalten werden musste. auf dem weg zum berg hoch beobachteten wir, wie die japaner an uns vorbeistuermten und waerend des laufens ueber stock und stein mit ihren kameras den ganzen weg filmten. wir sind aus dem lachen und staunen nicht mehr rausgekommen. am naechsten tag waren sie alle wieder weg.....

Posted by agentin b 14:20 Archived in Argentina Comments (0)

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