perito moreno
eiszeit und zeitlos
21.03.2008
19 °C
die busfahrt von puerto natales nach el calafate durch die pampa war mal wieder eine augenweide. endlose weiten, bei deren anblick man die gedanken schweifen lassen kann. diese unendlichkeit kann man schwer beschreiben, man muss es einfach gesehen und erlebt haben.
el calafate selbst ist ein touristenort vom feinsten: souvenierlaeden, hotels, cafès und parillas (in denen ganze laemmer ueber gluehenden holzscheiten gegrillt werden - fuer carsten das paradies auf erden) reihen sich an der hauptstrasse aneinander. die stadt ist sehr klein und alles dreht sich hier nur um eins: den perito moreno gletscher.
mit den schweizern haben wir den letzten mietwagen in der stadt ergattert und staerken uns fuer den naechsten tag in einem der besten parilla der stadt mit gegrilltem lamm, steak und anderen fleischgerichten. am naechsten morgen sollte es schliesslich schon kurz nach sechs losgehen....
die fahrt zum eine stunde entfernten gletscher war ganz schoen abenteuerlich: noch in der stadt ist uns im dunkeln voellig unerwartet eine herde wilder pferde entgegengekommen! als wir auf der landstrasse waren, fuehlte es sich an wie ein computerspiel: von allen seiten kamen sie, die hasen! etwas unvorbereitet ueberfuhren wir den ersten und bevor wir uns von dem schreck erholen konnten, sass schon der zweite auf der strasse. inzwischen sah man eine blutlache nach der anderen, es war wirklich unglaublich und wir waren froh, dass uns nichts groesseres vors auto gelaufen ist. die bilanz: ein toter hase, ein hase mit herzinfarkt, weil wir ihm beim schlafen auf der strasse aufgeschreckt haben und ein hase, der mit leichter schramme davon gekommen ist....FROHE OSTERN!
genau zum sonnenaufgang erreichten wir den gletscher und sparten uns in der fruehen stunde den eintrittspreis und den ansturm der tourbusse. in aller ruhe konnten wir den blick auf die bis zu 50m hohe gletscherkante geniessen und waehrend die aufgehende sonne die wolken orange faerbte, gab es mal wieder einen wunderschoenen regenbogen direkt ueber dem eisfeld. ab und zu krachte ein eisbrocken mit getoese ins wasser und erzeugte eine kleine flutwelle. das wurde dann von allen immer mit offenem mund und fingerzeigen kommentiert.


so nach und nach trafen die tourbusse ein und wir kauften schnell unsere tickets fuer die erste bootsfahrt. da wir noch etwas zeit hatten, machten wir ein kleines fruehstueckspicknick mit unserem mitgebrachten essen.
die bootsfahrt brachte uns ueber den cremetuerkisfarbenen see zur sonnenbeschienenen gletscherkante und wir konnten die imposante masse an eis vom nahen bewundern und natuerlich ein paar gute fotos machen.

gegen mittag machen wir uns ueber einen umweg wieder in richtung el calafate. wir fuhren mitten durch die pampa, um uns ein paar estancias mitten im nirgendwo anzusehen. innerhalb von einer halben stunde wechselten wir von der kalten welt mit schnee und eis in die welt der gauchos und schaffarmen. wilde pferde, schafe, aasgeier, die die toten hasen essen und die unendlichen weiten der pampa.




an einer estancia hielten wir an und lernten den kleinen "bubi" kennen - das wollige lockige lamm der estancia. eine mutter hatte es nicht mehr (die wurde bestimmt auch gegrillt) und so durfte carsten mit einer flasche als milchlieferant dienen... es gab auch lustige ziegen mit langen zotteln, die es sich auf der veranda bequem gemacht hatten. und pferde, ueberall pferde.



hier tickt die uhr noch ganz anders. wuerde patagonien vom rest des kontinents abfallen, wuerde es glaube keiner merken, geschweige denn, dass es hier irgendeinen unterschied machen wuerde. fuer unsereins ist es schwer zu verstehen, wie leute in dieser abgeschiedenheit leben koennen. wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass wir in ein paar stunden wieder in der "realen" welt sein wuerden.

Posted by agentin b 06:03 Archived in Argentina Comments (0)












